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Chronisch kranke Kinder wahrnehmen und unterstützen

Dies schrieb bereits 05/2020 Prof. Florian Heinen in einem Artikel über die „Zusammenarbeit von Pädiatrie und Sozialpädiatrie – Schaffung einer biopsychosozialen Medizin für komplex chronisch kranke Kinder und Jugendliche“ (Bundesgesundheitsbl 2020 · 63:806–812).

Der Artikel ist sehr lesenswert und hat im weiteren Verlauf weder Aktualität noch Dringlichkeit eingebüßt.

„Für die vulnerable Gruppe der komplex chronisch kranken Kinder und Jugendlichen ist in Deutschland ein Versorgungsdelta entstanden, welches immer weniger den berechtigten Ansprüchen an ein leistungsfähiges Gesundheitssystem in einer modernen europäischen Gesellschaft im 21. Jahrhundert zu genügen in der Lage ist“ schreibt Prof. Heinen weiter.

Das bestehende Versorgungsdelta skizziert er in 10 konkreten Punkten, diese betreffen u.a. die Versorgungskapazitäten (ambulant und stationär, quantitativ und qualitativ), die Ökonomisierung im Gesundheitssystem, psychosoziale Bedürfnisse jenseits einer rein somatischen (biomedizinischen) Versorgung, Einbußen von Zeit mit den Patientinnen und Patienten aufgrund hoher Verwaltungs- und Dokumentationsaufwände,  zunehmende Bedarfe für hochspezialisierte Zentren z.B. im Bereich spezifisch behandelbarer genetischer Erkrankungen, Regulierungsbedarfe auf Seiten der Gesetzgeber und Kostenträger sowie lösungsorientiertes Handeln auf der Ebene der pädiatrischen Akteurinnen und Akteure.

Mit dem Kongress für Kinder- und Jugendmedizin 2025 in Leipzig legen wir einen besonderen Fokus auf die Versorgung der vulnerablen Gruppe komplex chronisch kranker Kinder und Jugendlicher. Hierfür haben wir u.a. im gemeinsam von den beteiligten Fachgesellschaften ausgestalteten „Interdisziplinären Strang“ ein Forum geschaffen.  Es werden Lösungen über bisherige fachliche und institutionelle Grenzen hinweg präsentiert, mit gelungenen Beispielen, wie den mehrdimensionalen Bedarfen von chronisch kranken Kindern und Jugendlichen in unserem Gesundheitssystem angemessen begegnet werden kann.

Ziel ist es, die biopsychosoziale Medizin in der Pädiatrie weiterzuentwickeln, fachübergreifend- gemeinsam, bedarfsentsprechend und realistisch dimensioniert sowie konzipiert.

Stephan Springer und Hendrik Langen
Kongresspräsidenten DGSPJ